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Porsche präsentiert den neuen GT3 mit Touring Paket und verärgert damit somanchen R Käufer! - Zurecht?!

"Vor einigen Tagen hat Porsche ein Auto vorgestellt, das die Gemüter erregt. Wieder einmal. Genauer gesagt handelt es sich bei dem auf der IAA vorgestellten neuen Modell garnicht um ein solches ansich, sondern vielmehr um eine Erweiterung eines bereits existierenden. Die Rede ist natürlich vom neuen 911 GT3 mit optionalem 'Touring Paket!"

Für etwa 156.000€ bekommt man ab sofort einen GT3 ohne großen Heckflügel, dafür aber mit Handschaltung und Sport-Schalensitzen. Sonst bleibt dieser 911 was er ist. Ein GT3. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen sechszylinder Saugmotor mit 4,0 Liter Hubraum und 500 PS. Was daran nun so besonders ist?


Vor ziemlich genau präsentierte Porsche ein Sondermodel. Damals noch auf Basis der Generation 991 MK 1. Den 911 R. Dieses Fahrzeug hatte einen 4,0 Liter Saugmotor aus dem GT3 RS der 500 PS leistet. Der R verzichtete auf einen großen Heckflügel, zugunsten klassischer Optik und der 911 R kam im Gegensatz zu seinem Bruder dem RS außschließlich mit Handschaltung. Im Prinzip also alles genau wie beim neuen GT3 mit Touring Paket nur mit einem gravierenden Unterschied: Der 911 R war streng auf 991 Stück limitiert. Lediglich ausgewählte Kunden konnten damals einen der begehtrten Fahrzeuge zum preis von mehr als 190.000 € erwerben. Gerüchten zur Folge sollen alle 991 Stück bereits nach wenigen Stunden vergriffen gewesen sein und viele Interessenten gingen leer aus.


Schon bald tauchten die ersten Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt auf, zu Preisen welche selbst eingefleischten Fans von Supersportwägen den Atem stocken ließ. Nun also, bietet Porsche ein Model an, welches dem Sondermodel 911 R, gelinde gesagt sehr ähnlich ist. Ein Model, welches auch vom 'Ottonormalkunden' geordert werden kann. Das könnte einigen exklusiven Kunden des 911 R nun sehr sauer aufstoßen und innerhalb der exklusiven Fangemeinde werden bereits die ersten Unmutsäußerungen laut...

Jedoch vollkommen zu unrech wie ich finde! - Denn es ist nicht die primäre Aufgabe von Porsche superexclusive Sondermodell für eine handvoll Sammler zu bauen und schon garnicht superreiche Spekulanten noch reicher zu machen! Nein. Die Aufgabe von Porsche ist es Traumautos zu bauen. Autos von denen Generationen von Männern seit Kindesbeinen an Träumen und welche manchmal in Erfüllung gehen. Ein Porsche 911 muss auch für einen 'normalen' Menschen bei entsprechendem Einsatz und Einkommen im erreichbar bleiben. Das gilt auch für speziellere Modelle. Was passiert mit Träumen wenn es nicht zumindest einen Funken Hoffnung auf ihre Erfüllung gibt? - Richtig, sie verlieren ihren Wert und ihren Reiz. Genau das gilt auch für einen Hersteller von Luxusautos! Als Porsche 2016 den 911 R vorstellte, verkörperte dieses Fahrzeug für eine breite Menge an eingefleischten Elferfans den Innbegriff genau so eines Traums. Einen Elfer wie er sein sollte. Schlicht, puristisch, schön. Befreit von jeglichem überflüssigen Schnickschnack und einem automatisierten Getriebe. Pure Porsche DNA eben! - Nur halt unerreichbar für die allermeisten, selbst wenn der Geldbeutel eine Investition in der Größenordnung um 200.000€ verkraftet hätte. Die strenge Limitierung machte es unmöglich.

Nun also bietet Porsche dochnoch die Möglichkeit sich diesen wunsch vom puristischen 911 zu erfüllen und dürfte damit viele Porschekunden sehr glücklich machen. Dass sich der ein oder andere R-Kunde nun ärgen mag? - Verschmerzbar. Aber mal ehrlich: Solten Sie zu den 991 glücklichen Besitzern eines 911 R gehören, freuen Sie sich einfach das nächstemal beim Einsteigen mit denen die nun ein ähnliches Fahrzeug erwerben können. Sollten Sie aber zu denjenigen gehören, welche ihren neuen 911 R direkt in eine Videoüberwachte, alarmgesicherte Tiefgarage  verfrachtet haben, eingehüllt in Stoff oder gar Plastik, aus Angst vor Kratzern, Kilometern und einem damit verbundenen Wertverlust, dann lassen Sie sich gesagt sein, dass sie eines solchen Fahrzeugs nicht würdig sind! - Ein solces Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst muss gefahren werden. Er muss mit allen Sinnen ER-fahren werden um mit der richtigen Wertschätzung behandelt werden zu können. Auch aus Respekt all denjenigen gegenüber welche nur Träumen können und ab und zu die Gelegenheit haben solch ein Fahrzeug auf der Straße zu erhaschen.

© Photos: Dr. Ing. h.c. F.  Porsche AG //  Stefan Bogner - www.curves-magazin.com

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Warum Ich mich für das Schaltgetriebe im neuen GT3 entscheiden würde!

"Der neuste GT3 kommt mit einer kleinen Sensation daher: Der Rückkehr des Schaltgetriebes - Was bereits als ausgestorben galt, kann nun auf Kundenwunsch wieder geordert werden. Und zwar von Jedermann, vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld natürlich!"

Der neue GT3 ist 'eigentlich' eine Modellpflege des 991 GT3!

Vor wenigen Wochen erst hat Porsche die neuste Version des 911 GT3 präsentiert und gleichmal einen neue Rundenrekord in den Asphalt der Nürburgring Nordschleife gebrannt.

Lediglich 7 Minuten und 12,7 Sekunden braucht man nun für die knapp 25 Kilometer lange Strecke. Theoretisch! Denn was Profis gelingt gilt für den ambitionierten Hobbyrennfahrer noch lange nicht! Jedenfalls ist der neue GT3 damit um ganze 12,3 Sekunden schneller als sein Vorgänger. In der Rennwelt ist das in etwa so lange wie ein Tausendfüßler braucht, um sich die Schuhe zu binden - eine halbe Ewigkeit.

Was den 'neuen' GT3, der streng genommen eine Modellpflege des Vorgängermodells ist, so schnell macht? Zum einen der Motor. Im Gegensatz zum 991.1 GT3 der nur über 3,8 liter Hubraum verfügte, welche 475 Pferde an das PDK schickten, verfügt der 991.2 GT3 nun über 4,0 liter Hubraum. Damit erreicht er nun eine Spitzenleistung von 500 Pferdchen. Ein sattes Plus von 25 PS also.

Hinzu kommt ein von Porsche komplett überarbeitetes Fahrwerk und einige optische Retuschen an Front und Heckschürze.

Eine wahre Sensation aber spielt sich an anderer Stelle ab. Und zwar beim Getriebe! Erstmals bietet Porsche seinen Kunden nun auch beim sportlichsten 911 Derivat zwei verschiedene Getriebevarianten an. So feiert das, in den stärkeren und sportlicheren Varianten bereits für abgeschafft gehaltene, manuelle Sechsganggetriebe, eine unerwartete Rückkehr!

Bisher gab es dieses lediglich noch für die Carrera Versionen des Elfers zu erwerben, sowie für die Modelle 718 Boxster und Cayman. Andere Sportwagenhersteller wie Ferrari und Lamborghini hingegen haben ein klassische Handschaltgetriebe bereits gänzlich aus ihrem Sortiment gestrichen. Einige Zeit schien es so, als würde auch Porsche über lang oder kurz den klassische Schaltstock durch einen schnöden 'Wählhebel' ersätzen.

Doch wie heißt es im Volksmund so schön? - Totgesagte leben länger und so feiert das Schaltgetriebe im neuen GT3 eine fulminante Rückkehr und die gesamte Porschewelt steht kopf. Ja was denn nun?

Was soll es denn nun werden. Manuell oder doch lieber PDK - Dabei ist die Wahl doch denkbar einfach! Das PDK schaltet viel schneller als der Fahrer 'Neunelf' sagen kann. Es hat zudem einen siebten Gang parat, welcher auf langen unangenehmen Passagen, von einer Rennstrecke zur nächsten, für Entspannung sowohl bei Fahrzeug als auch bei Inssassen sorgt. Außerdem muss der Fahrer nie die Hände vom Lenkrad nehmen. Das ist besonders bei der Sekundenhatz auf der Rennstrecke entscheidend - Schließlich ist der GT3 ja ein Rennwagen mit Straßenzulassung  - Oder?!

Trotzdem: Würde ich mir morgen einen GT3 bestellen - genau so wie ich ihn mir bereits gefühlte 100 mal im Onlinekonfigurator der Porschewebsite zusammengestellt habe - er käme mit einem manuellen Getriebe.


Ein Elefant steht im Raum: Manuelles- oder PDK Getriebe?



Aber du hast uns doch gerade erklärt, dass das PDK viel besser und schneller ist, mag der ein oder andere Leser nun einwenden.

Trotzdem stünde meine Entscheidung zugunsten des Handschalters fest und ich erkläre euch auch warum. Als ich vor genau 4 Jahren einen 991 Carrera S bekam, war ich begeistert. Nicht nur vom Auto sondern auch vom PDK. Kein Getriebe auf der Welt ist besser. Es schaltet sanft in der Stadt, kaum merklich auf der Autobahn und blitzschnell auf der Rennstrecke. Wenn man es im Sport-Plus Modus verwendet hat es zudem stets den optimalen Gang parat und kein Hobbyrennfahrer der Welt schaltet besser. Doch etwas entscheidendes fehlt mir. Der ganz persönliche Genuss einen Sportwagen zu fahren!



Diese Erkenntnis kam mir allerdings erst ein Jahr später, als mich das 'Luftgekühlt' Virus befiel und die Garage um einen 964 erweitert werden musste.  Fahren mit einem luftgekühlten 911 ist Arbeit.

Zuweilen ist es richtig anstrengend, gerade wenn man einen Bergpass nach dem anderen hoch jagt und einem ein grüner RS im Nacken hängt. Manchmal findet man nicht gleich den richtigen Gang und am Abend steigt man aus und ist fix und fertig. Aber:

 - BEI GOTT SO FÜHLT SICH ECHTER FAHRSPAß AN!

Wenn man erst einmal Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und die des Autos entwickelt hat, verschmelzen Fahrer und Fahrzeug buchstäblich zu einer Einheit. Man hat das Gefühl vollkommener Kontrolle. Nichts funkt einem dazwischen. Man spürt förmlich wie das Getriebe die Kraft an die Hinterräder überträgt. Man hat einfach ein viel unmittelbareres Fahrgefühl als es je irgend ein Doppelkupplungsgetriebe erzeugen könnte und sei es noch so perfekt.



Hätte ich 152. 416 € zu viel auf meinem Konto (soviel kostet der neue GT3, ohne Ausstattung wohl gemerkt!) würde ich mir sofort einen neuen GT3 als Handschalter kaufen. Womöglich auch weil es vielleicht der letzten seiner Art ist. Ich würde ihn nur für mich kaufen. Zu meinem eigenen Vergnügen. Ich würde mit ihm durch die Dolomiten fahren, über den Berninapass, das Sellajoch und den Großglockner. Ich würde damit bis nach Finnland fahren und wieder zurück. Es wäre mir herzlich egal ob der GT3 mit PDK 0,5 Sekunden schneller auf 100 km/h ist und es wäre mir erst recht egal ob er auf der Nordschleife damit 12 Sekunden schneller wäre. Es wäre mir auch egal wenn mich andere Fahrer überholen und in wenigen Monaten eine RS Version heraus kommt, die noch schnellere Rundenzeiten ermöglicht. Einen GT3 kauft man für sich und für niemanden sonst und meiner persönlichen Erfahrung zur Folge bereitet nichts mehr Freude beim Autofahren als ein manuelles Getriebe!

Photos: Stefan Bogner - CURVES Magazin | All rights reserved. ©

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Panamera 2.0 - Der NEUE Panamera!

"Was wurde nicht alles über ihn geschimpft. Sogar als Buckelwahl wurde er verspottet. Ein Viertüriger Porsche? Quasi ein 11er mit 2 richtigen Rücksitzen, kann das funktionieren?! - Diese Frage wurde unter Porschefans in der ganzen Welt heiß diskutiert, als Porsche seine viertürige Limousine 2009 in Shanghai präsentierte. Doch bereits im ersten Geschäftsjahr wurde der von Porsch angestrebte Absatz von 20.000 Fahrzeugen pro Jahr, um mehr als 900 verkaufte Fahrzeuge üertroffen und bereits im zweiten Geschäftsjahr konnte Porsche mehr als 50.000 Panamera verkaufen. Heute Zweifelt wohl niemand mehr am Erfolg der Limousine aus Stuttgart, welche in einem neu errichteten Werk in Leipzig produziert wird. Nun wurde die zweite Generation präsentiert und wir hatten die einmalige Gelegenheit diese zu testen. Sowohl auf der Straße, als auch auf der Rennstrecke in Leipzig. Außerdem konnten wir einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen und das neue Hightechwerk in Leipzig besichtigen."

Unser erster Kontakt mit dem neuen Panamera fand in München statt. Genauer, auf dem Eventgelände des Flughafen Franz-Josef-Strauß. Hier hatte Porsche eigens einen Pavillion errichtet. Als wir dort eintrafen erwarteten uns bereits die Testfahrzeuge. Für uns stand an diesem Wochenende ein Panamera Turbo mit der Nummer S - GO 3221 zur Verfügung. Von Porsche Exclusive lackiert in der Sonderfarbe Crayon, was soviel bedeutet wie Kreide. Nach einer kurzen Pressekonferenz ging es dann endlich los. Voller Vorfreude verließen wir das Flughafengelände und standen erst einmal im Stau. Natürlich!

Immerhin blieb uns so genug Zeit das neu gestalltete Infotainmentsystem einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Mitte des Cockpits ziert nun ein mächtiger Touchscreen Display. Über diesen lässt sich nun nicht nur das Navigationssystem steuern, sondern auch allerlei  erdenklichen Fahrzeuginformationen zum Fahrzeug abrufen oder ändern. So lässt sich beispielsweise der Heckflügel beim neuen Panamera auch über den Touchscreen steuern. Auch dem vielfach kritisierten Tasenwust auf der Mittelkonsole, welchen man von den vorherigen Versionen gewohnt war, hat man sich bei Porsche gewidmet und ihn kurzerhand abgeschafft. Stattdessen hat man ihn nun durch eine Ipod ähnliche Touchoberfläche ersetzt. Einzig analog bleibt auch weiterhin die runde Stopuhr des optionalen Sport-Chrono Pakets.

Insgesamt wirkt das neu gestallte Interieur nun sehr aufgeräumt und modern. So wie man es von einer klassischen business Limousine erwartet eben. Was bleibt sind fünf Rundinstrumente im Amarturenbrett. Doch auch hier gibt es Veränderungen. Lediglich der Drehzahlmesser ist hier noch analog. Bei den Anzeigen für Geschwindigkeit, Temperatur und Kraftstoff setzt man, wie bereits von anderen Herstellern bekannt, nun auch bei Porsche. Diese können vom Fahrer optional auch nurch eine Karten- oder Menüansicht ersetzt werden. Damit bleibt Porsche auf höhe der Zeit ohne den Charme der Vergangenheit ganz zu verlieren.

Nachdem wir erst einmal der Blechlawine auf der Autobahn entronnen waren, erreichten wir schließlich die Berge. Porsche hatte das Navigationssystem der Testfahrzeuge bereits mit möglichen Routenoptionen versehen und diese fürten uns nun geradewegs auf verschlungene Passstraßen. Auch hier machte unser Panamera Turbo eine äußerst gute Figur. Ein kurzer Fingerschnipp an dem neu gestallteten modeswitch genügt und aus dem veritablen langstreckencruiser wird ein echter Sportwagen.

Die 550 Pferde des 4.0 liter V8 Motor sorgen stets für mehr als ausreichend Schub und das satte Drehmoment von stolzen 770 NM drückt einen nach jeder Kehre tiefer in den Sitz.

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